Umschulden oder nicht?
Wer ans Häuslebauen denkt, der muss für gewöhnlich auch an einen Bausparkredit denken. Bereits seit Jahrzehnten versorgen Bauspardarlehen die Deutschen mit der Möglichekeit eines eigenen Heims. Dass die Banken dabei nicht selbstlos sind, ist ganz klar. Der Zins auf dem Darlehen macht den Gewinn aus und dieser Zins wird zu Anfang festgeschrieben. Doch das bleibt nicht immer so. Nach einer gewissen Zeit läuft die Zinsbindung aus, so dass der Zins eigentlich wieder den Schwankungen des Marktes unterlegen wäre. Was tun?
Die Umschuldung
Bei der Zinsbindung handelt es sich um einen festgeschriebenen Zins auf das gegebene Darlehen. Der Zins richtet sich dabei nach den Konditionen des Marktes, die bei Abschluss des Bausparvertrages vorlagen. In den meisten Fällen ist ein Bauspardarlehen erst nach 30 Jahren abbezahlt. Die Zinsbindung hält aber nur 15 Jahre, so dass sich die Frage nach der Weiterfinanzierung stellt. Schließlich möchte man auch weiterhin seine Ausgaben planen können und ein von der Leine gelassener Zins hilft dabei nicht unbedingt weiter. Deswegen sollte man sich – schon bevor die Zinsbindung ausläuft – nach Alternativen umsehen. Momentan liegen die Zinsen noch tief, was sich aber relativ schnell ändern kann. Wer also jetzt in der beschriebenen Situation ist, sollte ausgiebig recherchieren. Dies lohnt sich auch für Kreditnehmer, deren Zinsbindung noch lange nicht abgelaufen ist. Mit einem Forwarddarlehen kann der Vertrag nämlich bereits weit vor Ablauf mit einer anderen Bank abgeschlossen und der momentane Zinssatz so gesichert werden. Angebote kann man sich umsonst einholen, es spricht also nichts dagegen. Wer die Bank nicht wechseln und damit umschulden möchte, dessen Alternative heißt Anschlussfinanzierung.
Die Position der Bank nutzen
Die Anschlussfinanzierung bezeichnet eine Neuverhandlung der Vertragskonditionen mit der eigenen Bank. Drei Monate vor Ablauf der Zinsbindung erhält man von der Bank Mitteilung, wobei gleich auch neue Darlehenskonditionen vorgeschlagen werden. In vielen Fällen ist man dabei besser dran, als mit dem Wechsel zu einer neuen Bank. Denn die alte Bank ist mit dem Kunden bereits vertraut. Sein Eigenheim ist bereits sicher und ungefähr die Hälfte der Schulden sind abbezahlt. Eine erneute Prüfung der Kreditwürdigkeit ist nicht nötig, weshalb man als Kunde attraktiver erscheint als ein Neukunde. Wer nicht gerade müßig war mit seinen Zahlungen, wird also ein gutes Angebot erhalten. Aber längst nicht alle Banken sehen das so. In solchen Fällen kann das Angebot schon einmal schlechter ausfallen, als bei einer anderen Bank. Deswegen ist es so wichtig, sich frühzeitig nach neuen Angeboten umzusehen und gegebenenfalls den Aufwand der Umschuldung auf sich zu nehmen.